Unsere letzten Tage in der Schweiz

(Monika)

Am Freitag war unser letzter Tag in der Schweiz und ich fuhr gegen 13 Uhr mit gepacktem Auto bei Günthers Firma vor, sammelte ihn ein und ab ging’s in Richtung Heimat. Wieder einmal gerieten wir in einen Stau und brauchten mehr als 5 Stunden für die Heimfahrt.

Günther beschäftigte sich in seiner letzten Arbeitswoche vor allem mit der Übergabe seiner geleisteten Programmierarbeit an Kollegen, während ich eher darauf wartete, dass die Tage vergehen. Seit dem letzten Wochenende war bei mir quasi die Luft raus und ich freute mich sehr heimzukommen. Nicht, dass ich jetzt vor Langeweile gestorben wäre, aber für mich war innerlich das Kapitel Schweiz bereits abgeschlossen. Trotzdem passierte noch Einiges in den letzten 2 Wochen und darüber möchte ich doch noch berichten.

Zuerst stelle ich einige Bilder von unserem B&B ein, unser Zimmer „Traumzeit“, der Gemeinschaftsbereich mit der offenen Küche und natürlich der Garten:







An diesem Tisch saßen wir immer:






Die nächsten beiden Bilder ähneln sich sehr, einmal allerdings mit einem heftigen Regen und dicken Hagelkörnern, die deutlich auf der Sitzfläche der Sitzecke zu erkennen sind:




Für mich das Schönste war der Besuch meiner Schwester und ihres Mannes in der letzten Woche von Mittwoch bis Freitag. Sie kamen aus dem Schwarzwald, wo sie schon ein paar Tage Urlaub verbracht hatten. Mein Günther hatte von ihrer Anwesenheit nicht so viel, er musste ja arbeiten, aber die 2 Fußball-Abende auf unserer Terrasse hat er schon mitgenossen. Wir platzierten nämlich kurzerhand den Fernseher im Zimmer meiner Schwester so vor das Fenster, dass wir von draußen das Spiel verfolgen konnten. So kreierten wir unser eigenes kleines Public Viewing und die beiden Männer konnten sich ungehindert und rauchenderweise dem Fußballvergnügen hingeben. Der Wettergott war uns, wie so oft in letzter Zeit hold und an beiden Abenden saßen wir somit draußen. Am ersten Abend verkosteten wir bei uns hiesige Wurst- und Käsespezialitäten und einmal besuchten wir das „Sageli“. Diese kleine, außerhalb einer Ortschaft gelegene Wirtschaft empfahl uns unsere Hauswirtin, ein echter Insider-Tipp. Das schönste dort, du sitzt absolut im Grünen, fast wie in einem Biergarten, wie man hier sehen kann:


Dorthin verirren sich nur sehr selten Touristen und dort werden die besten Rösti weit und breit kredenzt. Davon konnten wir uns selbst überzeugen und jeder von uns hatte eine andere Art, z. B. mit Schinken oder Käse und eine andere Beilage. Hier isst man Rösti typischerweise mit Kalbsleber, Cordon bleu oder einer Bratwurst. Alles ist auf jeden Fall superlecker und wir zwei hatte es schon einige Tage zuvor angetestet. Einen anderen Tipp probierten wir bereits am vorletzten Wochenende aus. Die Adresse ist sozusagen der Name des Lokals, aus „Hinter Gamsten“ wird auf Schwiizerdütsch ein „Gamschtä-Träff“. Dabei handelt es sich um einen aufgelassenen Bahnhof der Bahnlinie am Zürichsee. Ein paar Tische vor dem Häuschen, eine Karte mit lediglich kalten Gerichten und fertig ist eine Schweizer Besenwirtschaft. Dort aßen wir eine regionale kalte Platte und hinterher den besten Schoggi-Kuchen der Schweiz. Ich war hin und weg. Ich lobte diese himmlische Kreation in den höchsten Tönen und fragte die Besitzerin nach dem Rezept. Ich erhielt zwar keine genauen Mengenangaben (Betriebsgeheimnis!), aber das wird in München gleich versucht nachzubacken, das bekomme ich schon hin, hmmm…

Impressionen auf dem Weg dahin, denn mit dem Auto kann man dort nicht vorfahren, da es sehr abgelegen liegt und deshalb der Bahnhof wohl aufgelassen wurde:



Zurück zu unserem Besuch, schließlich haben wir nicht nur getrunken und gegessen. Am Donnerstag stand der Vierwaldstätter See mit Luzern auf dem Programm. Was soll ich sagen, eine absolut sehenswerte Stadt, kein Wunder das dieser Ort von Touristen aus aller Welt überrannt wird.

Mit Bildern der berühmten Kapellbrücke, dem Wahrzeichen der Stadt Luzern kann ich leider nicht dienen, denn da machte der Akku meines Foto-Apparates nach dem langen Marsch durch die Stadt schlapp. So kann ich nur Bilder der 2. Holzbrücke zeigen und Ausblicke von dieser Brücke aus, die ebenso die Reuss überspannt und die wir gleich nach dem Verlassen des Parkhauses sahen. Im Hintergrund die Jesuitenkirche St. Franz Xaver:





Noble Läden am Schwanenplatz, der direkt am See liegt und dazu passend und wohl namensgebend wirklich viele Schwäne:



Bilder von der noblen Seepromenade und gleich auch das Casino, wo man sein Franken schnell wieder loswird oder auch vermehren kann:





Dieser alte Raddampfer wurde zu einem schwimmenden Restaurant umfunktioniert:


Ausblick auf die kath. Hofkirche St. Leodegar:


und der Blick von den Kirchenstufen hinunter auf die Stadt, den Brunnen unterhalb der Treppenstufen und gleich danebenstehend dieses alte Holzhaus:




Rund um die Kirche befinden sich diese überdachten Grabplatten, dafür beindruckten uns die Rasenflächen mit ihrem alten Baumbestand:



Was uns gleich nach unserer Ankunft überraschte, ein Rest der vorangegangenen Fronleichnams-Prozession. Dass allerdings etliche Geschütze mitgeführt werden, wunderte uns schon, aber die Schweizer haben eine besondere Beziehung zu ihrer Armee:





Bei unserem Streifzug durch die Stadt fanden wir auch dieses Überbleibsel der Prozession vom Vormittag:


Das Denkmal des sterbenden Löwen von 1821 als Erinnerung an den Tod von 760 gefallenen Schweizergardisten, die im Dienste Ludwig des XVI. standen. Sie starben bei der Verteidigung der Tuilerien während der Französischen Revolution:


In der Nähe des Denkmals das „Old Swiss House“:


Bevor uns meine Schwester und mein Schwager wieder Richtung Heimat verließen, zeigte ich ihnen noch die Störche am Lützelsee. Zu diesem See war ich Anfang letzter Woche schon von uns aus in ca. 20 Minuten gelaufen und hatte ihn in ungefähr 1 1/2 Stunden umrundet. Das ganze Seegebiet steht unter Naturschutz und es bietet sich ein Paradies für diese schönen Vögel. In einem riesigen Baum und dem nahegelegenen Bauernhof befinden sich viele Nester, so dass nach Auskunft des Bauern je ca. 30 Alt-Vögel und Jungtiere dort ihr Sommerquartier haben!




Der See und immer wieder, nicht nur dort, sondern im ganzen Gebiet oberhalb des Zürichsee liegen auf der Hochebene verstreut in der hügeligen Landschaft schöne Häuser und Gehöfte:




Morgen will ich noch als Abschluss in diesem See baden, denn ein kleiner Teil ist für den Badebetrieb ausgewiesen und bewirtschaftet. Nachdem wir die Störche ausführlich beobachtet und fotografiert hatten, durchstreiften wir noch ein Pflanzenparadies. Das war wieder eine Idee unserer Hausherrin. Sie machte meinen Leuten den Mund wässrig mit der Aussage: „der Meier wäre das größte Gartencenter der Schweiz“. Sie hatte nicht Unrecht, tatsächlich hatten wir drei noch nie etwas Ähnliches an Vielfalt gesehen. Alleine der so unterschiedlich angelegte Schaugarten wäre schon einen eigenen Besuch wert. Nun wundert mich nichts mehr, ich erwähnte doch schon wie üppig hier überall die Gärten und Terrassen angelegt sind. Nachdem wir uns eine gute Stunde dort ergangen hatten, blieb mir keine Zeit mehr nach Rapperswil mitzufahren, da ich Günther von der Arbeit abholen musste. So trennten wir uns und ich hatte noch etwas Zeit um auf meinem Weg zurück einen kurzen Abstecher nach Grüningen zu machen. Diese kleine Gemeinde liegt ca. 8 km vom See weg, besticht durch ein kleines Schloss und hübsche Fachwerkhäuser, die z. Z. auch aufgehübscht werden durch die verschiedenen Nationalflaggen:





Vor dem Schloss, in dem das Standesamt untergebracht ist, stand dieser hübsche Oldtimer:



Da unser B&B doch ab letztem Freitag bis Sonntag schon seit längerer Zeit ausgebucht war, wichen wir für das Wochenende nach Zürich aus. Wir residierten im Swissôtel Zürich, dem viertgrößten Hotel der Schweiz. Mit seinen 85 Metern und 32 Stockwerken ist es das höchste Hotelgebäude in Zürich. Genussvoll war dieser ungehinderte Blick aus dem Pool im obersten Stockwerk. Außer diesem Plantschen in sehr angenehm temperierten Wasser und dem Whirlpool, neben einem Besuch im Dampfbad waren wir sehr foul und unternahmen sonst nichts. Nicht einmal zum Essen gingen wir. Gleich gegenüber dem Hotel befand sich ein Einkaufscenter mit einem Food Court. So versorgten wir uns da und machten es uns im Bett gemütlich mit Essen und natürlich wieder – was? – natürlich Fußball schauen. Nein, eine Ausnahme machten wir. Wir wollten die Schweizer in natura erleben, wenn ihre Mannschaft spielt. Dafür gingen wir in die Hotelbar. Nachdem es aber ein Schweizer Debakel an diesem Abend geben sollte (Schweiz:Frankreich 2:5), verzogen wir uns wieder zur 2. Halbzeit auf unser Zimmer. Auf dem Rückweg zu unserem B&B am Sonntagmittag legten wir noch einen Halt ein im Botanischen Garten von Grünigen, denn ich war nur im Städtchen gewesen. Der Zugang ist kostenlos und wir waren überrascht über die Artenvielfalt an Bäumen und Sträuchern. Zugegeben, er ist nicht groß, aber tadellos gepflegt und liebevoll angelegt. Endlich einmal eine sinnvolle Art Gelder zu verwenden, den er befindet sich in alleiniger Trägerschaft der Zürcher Kantonalbank:






Gestern unternahm ich alleine noch einen kleinen Ausflug. Schon lange wollte ich auf den Pfannenstiel, dem Hausberg der Züricher. Also fuhr ich bis zum Panorama Restaurant Hochwacht hoch und wanderte noch eine kurze Weile in die Höhe. Dort erklomm ich den Aussichtsturm, nicht ohne gegen meine Höhenangst anzukämpfen. Ich vermied den direkten Blick in die Tiefe, sah lieber in die Ferne und schaute vor allen Dingen niemals durch die Gitter-Treppenstufen nach unten. Leider spielte das Wetter diesmal nicht so mit. Die Fernsicht war mäßig und es roch förmlich nach Regen. Trotzdem fotografierte ich den Zürichsee in alle Richtungen und auf der entgegengesetzten Seite einen Zipfel vom Greifensee:





Mein größeres Ziel an diesem Tag war die 7 km lange Durchquerung der Küsnachter Tobels, aber ich verwarf meine Pläne und schlenderte lieber nur durch das Städtchen am See. Leider bin ich Tina Turner nicht begegnet, denn seit einer Fernsehdokumentation über ihr Leben vor kurzem erfuhren wir, dass sie mit ihrem deutschen Ehemann seit etlichen Jahren hier lebt. Die Entscheidung nur durch den Ort zu spazieren war richtig, denn es regnete tatsächlich etwas später.

Auf einer Bank unter dieser mächtigen Linde wetterte ich die heftigste Episode des Regens ab:


Ein Blick von dieser Bank aus:


Den Küsnachter Dorfbach in 2 Richtungen fotografiert, an dem ich so gerne entlanggewandert wäre. So sah ich ihn nur wie er sich am Küsnachter Horn in den Zürichsee ergießt:



Blick auf den Anlegesteg von fern und nah:



Das Seehaus, in ihm befindet sich das C.G. Jung-Institut Zürich, Küsnacht, gegründet im Jahre 1948 vom bekannten Psychiater Carl Gustav Jung und der bezaubernde Garten dazu. Da lässt es sich fein studieren:





Durch diese kleinen Wege, unmittelbar hinter den Seegrundstücken passen nur diese kleinen Zweitwagen, wie z.B. ein Mini:



Noch eine nette kleine Begebenheit: eine Hummel hatte sich in Günthers blaues Feuerzeug verliebt, dass immer draußen auf dem Tisch der Terrasse lag. Einige Tage ließ sie sich immer wieder darauf nieder um wohl anzudocken und Nektar zu schlürfen, leider musste sie stets unverrichteter Dinge von dannen ziehen:


 
 

Das war’s im Moment, aber wir werden sicherlich wieder auf Reisen gehen.

Italienische Schweiz, 28.5. – 1.6.2014

(Monika) Es gibt wieder etwas zu erzählen: Wir nützen das vorletzte Wochenende aus, schließlich bat es sich mit Christi Himmelfahrt als Feiertag an, wieder einmal 4 Tage am Stück zu verreisen. So waren wir ab Mittwochnachmittag unterwegs in Richtung Lugano. Unseren ersten Stopp machten wir in Chur, der ältesten Stadt der Schweiz. Wie immer hier, ein nettes herausgeputztes Städtchen mit alten Fachwerkhäusern und lauschigen Plätzen. Auch die älteste Gaststube des Landes befindet sich hier: Am Donnerstag erkundeten wir dann Lugano zu Fuß und machten dabei zahlreiche Fotos der Stadt, der Uferpromenade und des Sees. Diese baumbewachsenen Berge rund um den See faszinierten uns auch die nächsten Tage immer wieder. Denn das sollte unsere 3-Seen-Tour verbinden, die dunkelgrünen Hänge, die meist ziemlich steil zum See hin abfallen: Der Stadtpark und eine nette Art „tote“ Bäume in Kunstwerke zu verarbeiten: Dieses Graffiti fanden wir an der Wand des Schwimmbads. Wir fanden, es verkörpert den „schmalzigen“ Italiener, was denkt ihr? Eines der besseren Hotels der Stadt: Und mit dieser Zahnradbahn fuhren wir auf den Hausberg von Lugano, dem Monte Brè: Die Aussicht von dort oben ist einfach fantastisch: Der Blick auf einen weiteren Aussichtsberg von Lugano, den 912 m hohen Monte San Salvatore. Wir mussten ein wenig absteigen, um zum Dorf Brè zu gelangen: Unterwegs hielten wir uns einige Zeit bei diesen Kühen auf und beobachteten sie. Vor allem die Jungtiere mit ihren unterschiedlichen Fellfarben hatten es uns angetan: Ganz schön beweglich die „Kleine“? Auf der Terrasse dieser Villa tanken wir eine Cola und genossen die herrliche Aussicht: Wieder unten angelangt, fuhren wir mit einem Wassertaxi zurück in den Stadtteil Paradiso, wo unser Hotel lag. Der See läuft übrigens nicht seitlich aus, sieht aber auf den nächsten Fotos, vom Boot aufgenommen, so aus. Zuerst ein Bild des Monte Brè (links), auf dem wir soeben waren: Hier, rechts im Bild, der Monte San Salvatore vom See aus gesehen. Auf ihn führt eine Standseilbahn. Die Talstation lag zufälligerweise gleich bei unserem Hotel um die Ecke und das mitten in der Stadt, allerdings reichte uns ein Aussichtsberg am Tag. Das Wetter war leicht dunstig und deswegen hätten wir sicherlich nicht bis in die Poebene blicken können, auch wenn das bei gutem Wetter versprochen wird: Am Freitag ging es an den Lago Maggiore. Unsere erste Station war Ascona, die tiefst gelegene Stadt der Schweiz. An der Uferpromenade empfing uns eine Ausstellung für ganz „arme Leute“ frei nach einer alten Sparkassen-Werbung „mein Haus – mein Auto – mein Boot“: Eigentlich bräuchte ich es nicht mehr erwähnen, ein hübsches Städtchen und ein toller Blick auf den See: Mit dem Schiff fuhren wir auf die Insel Isole di Brissago, d. h. auf die größere von diesen beiden kleinen Inselchen. Dort befindet sich ein wirklich beeindruckender botanischer Garten. Es gedeihen dank der hervorragenden Klimaverhältnisse ca. 1700 verschiedene Pflanzen subtropischen Ursprungs der nördlichen und südlichen Halbkugel. Im Jahre 1885 erwarben Richard und Antoinette Fleming St. Leger die Brissago Inseln. Sie legten den Grundstein für den Garten. Nach dem Ersten Weltkrieg muss Madame St. Leger, im Übrigen eine deutsch-russische Baronin, wegen erdrückender Schulden die Inseln verkaufen. Der neue Eigentümer, der Hamburger Kaufmann Max Emden ließ die Gärten erneuern und beauftragte eine schlossartige Villa im klassizistischen Stil zu errichten. Emdens Sohn verkaufte dann im Jahre 1949 die Insel an den Kanton Tessin. Wie man auch hier wieder sieht, fanden immer schon wohlhabende Ausländer problemlos Aufnahme in der Schweiz: Blumen und immer wieder Blumen und wunderbare Blicke auf die Umgebung: Der Weg zur Villa: Suchbild: wer findet die Frösche im Teich? Diese reizende Entenfamilie fühlt sich auch sichtlich wohl auf diesem Eiland: Der 3. Tagesordnungspunkt, die Stadt Locarno und die wärmste Stadt der Schweiz mit den meisten Sonnenstunden im Jahr. Imposant fanden wir den riesigen Marktplatz, die berühmte Piazza Grande, Austragungsort des Internationalen Filmfestivals von Locarno: Am Samstag umrundeten wir weite Teile des Lago di Como. Gerade über die Grenze nach Italien gewechselt, hatten wir ein nettes Erlebnis beim Mittagessen, das wir irgendwo in einem kleinen Restaurant in den grünen Hügeln zwischen dem Luganer- und dem Comer See einnahmen. Zum einen haben wir gut gegessen, andererseits nur etwas die Hälfte dessen bezahlt was es in der Schweiz gekostet hätte. Die Rechnung betrug 31 Euro und nachdem wir außer einem 50-Euro-Schein kein Kleingeld hatten, gab mir die Bedienung am Tresen kurzerhand einen 20-Euroschein zurück. Anstelle von Trinkgeld bekamen wir sogar noch einen Nachlass? Das ist mir zum ersten Mal in meinem Leben passiert. Wieder am Tisch, fragte ich Günther nach kleineren Scheinen und er zückte einen Fünfer. Mit dem marschierten wir wieder an den Tresen und wollten den eigentlich nur loswerden. Dort schenkte aber gerade der Chef einigen Gästen einen Schnaps aus. Keck fragte ich ihn, ob ich auch einmal einen kleinen Schluck probieren dürfte, da schenkte er uns gleich 2 Gläser von diesem bernsteinfarbenen, leckeren Grappa ein. Der Patron war fröhlich und leutselig, brachte seine Deutschkenntnisse an und belegte damit die bekannte italienische Gastfreundschaft. Am Ende schnappte sich seine Bedienung lediglich den Fünf-Euroschein, warf ihn in eine Art Kaffeekasse und damit waren wir entlassen und um eine positive Erfahrung reicher. Der Ausblick auf dem nächsten Bild, aufgenommen von unserem Tisch auf der Terrasse dieses italienischen Lokals. In der Schweiz ist stets alles ordentlich sauber und aufgeräumt. Sobald wir aber die Grenzstation hinter uns gelassen hatten, fiel uns die Veränderung auf. Die Straßen sind nicht so perfekt, viele Häuser bedürften einer Renovierung und dadurch wirkt alles nicht mehr so „wie aus dem Ei gepellt“. Mir ist das aber egal, ganz im Gegenteil, ich liebe diesen leicht morbiden Touch und Günther auch: Unser 1. Ziel am See hieß Menaggio. Die nächsten Bilder sind von dieser kleinen Stadt und von der Überfahrt mit der Autofähre hinüber nach Bellagio. Dieser Ort trägt schon das Wort „bella für schön“ in sich und das ist er auch. Auf der Fähre und mit Blick zurück und dem Ziel Bellagio vor Augen: noch näher: zweimal ganz nah: Wir fuhren rasch weiter und cruisten an der Küstenstraße entlang in Richtung der Stadt, die schließlich diesem See ihren Namen gab. Schnelles Fahren war eh nicht gegeben, da sich die enge Küstenstraße an den steilen Hängen des Sees entlangschlängelt. Immer wieder hielten wir an um zu fotografieren, tranken zwischendurch einen Kaffee und genossen die Aussicht. Wir durchfuhren unzählige kleine Ortschaften, alle mit diesem etwas heruntergekommenen, morbiden Charme. Como selbst, liegt am südlichen Ende des Sees. Leider fanden wir keine Parkmöglichkeit, denn so gerne wären wir durch die Stadt gestreift. Nun müssen wir das irgendwann noch einmal nachholen. Ich bin doch ein ausgewiesener Italienfreund und versuche schon seit einiger Zeit Günther zu einem längeren Italienaufenthalt zu begeistern. Vielleicht bin ich nun mit diesen positiven Eindrücken meinem Ziel etwas näher gerückt, wer weiß? Interessanterweise gibt es wohl dort auch eine „Goldküste“. Die ersten Städte hinter Como auf der Westseite präsentierten sich uns wesentlich prächtiger als die der armen Verwandten auf der Ostseite. Immer wieder legten wir einen Halt ein, um zu fotografieren: Ich möchte gar nicht wissen, wie man diese Häusern von der Uferstraße aus mit dem Auto erreicht, aber die Aussicht kann sich auf jeden Fall immer sehen lassen, egal an welcher Stelle des Sees man sich befindet: Kurz darauf sollten wir eine Ahnung bekommen, wie die Straßen in diesen Bergen angelegt wurden. Über abenteuerliche Serpentinen und Steigungen mit 18 % ging es zurück. Immer wieder verwundert es mich wo überall Menschen leben, so abgelegen und hoch oben in kleinen Ortschaften, die doch fahrtechnisch wirklich schwer und langwierig zu erreichen sind. Nett war der Grenzposten, der nur aus einem einsamen Häuschen bestand. Was uns verwunderte, es waren nirgendwo Zollbeamte zu sehen, denn ansonsten schützen die Schweizer ihre Grenzen doch ziemlich akribisch. Hier eine exemplarische Kehre in den Bergen, aufgenommen aus dem fahrenden Auto: Am Sonntag ging es zurück und als einzige Attraktion auf dem Rückweg hatten wir geplant, uns die drei Burgen von Bellinzona, der Hauptstadt des Kantons Tessin anzusehen. Sie wurden hauptsächlich im 15. Jahrhundert errichtet, um das Tal zu kontrollieren und gehören seit 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Sie tragen die schönen Namen Castello di Montebello, Castello di Sasso Corbaro und Castelgrande. Letztgenanntes Kastell sahen wir uns nur noch aus der Ferne von oben an. Selbst mir genügten die restlichen beiden. Hier nun eine kleine Auswahl der vielen Fotos davon. Ich merke gerade, das stimmt so nicht, ich habe doch viiiiiiiele Fotos ausgewählt… Erwähnte ich schon, dass ich ein „Burgen-Fan“ bin? Von der oben gezeigten kleinen Burg Montebello bietet sich natürlich der beste Blick über das gesamte Tal: Mein Favorit, das Castello di Sasso Corbaro: Die „Burgtoilette“, so herrlich klitzeklein, aber trotzdem top: Blick auf das Castelgrande von meiner „Lieblingsburg“ aus gesehen: Ein Highlight konnten wir bei diesem herrlichen Wetter nicht auslassen. Wir nahmen diesmal nicht den San Bernardino Tunnel sondern die Pass-Straße mit einem gigantischen Panorama: Noch ein wenig höher: Nur knapp unter der Passhöhe befand sich dieses Schild. Kein Berg ist zu hoch, den die Schweiz nicht mit scharfer Munition verteidigen würde: Ganz oben auf der Passhöhe mit noch ziemlich viel Schnee: Von nun ab ging’s bergab: Wegen des Rückreisestaus trafen wir dann erst gegen 18:30 Uhr in unserem Hotel ein und damit sind wir beim eigentlichen Thema und den Neuigkeiten. Wir kehren vorzeitig nach München zurück. Bevor wir noch in unser Tessin-Wochenende starteten, kündigte Günther seinen Vertrag zum Ende Juni. Eine monatliche Kündigungsfrist war ihm laut Vertrag zugesichert und deshalb nahm er sich das Recht. Es kamen insgesamt mehrere Dinge zusammen. Günther war nicht ganz so glücklich in seiner Firma. Entscheidend aber war unsere Vermieterin mit deren Art wir nicht zurecht kamen und die uns doch für einen sehr hohen Preis ein leidlich ausgestattetes Appartement überließ. Letztendlich wollte sie uns nicht länger beherbergen, da sie uns ab dem 4. Aufenthaltsmonat offiziell hätte anmelden müssen und das wollte sie wohl nicht und sie um Verlängerung anbetteln, das wollten wir nicht. Unsere verzweifelte Suche seit Ostern nach einer neuen Bleibe blieb leider bis zuletzt erfolglos. Alles half nichts. So gab es letztendlich mehrere Gründe hier abzubrechen. Eigentlich ist es schade, dass es so enden muss, denn dieses Land ist wunderschön und vielfältig und wir haben doch eine Menge davon gesehen. Es war auch eine interessante Erfahrung hier zu leben und mit den Menschen näher in Kontakt zu treten. Alleine schon das Schweizer Fernsehen zu betrachten, gibt Aufschlüsse über das Land, aber jetzt ist es auch gut. Vom Tessin-Urlaub zurückgekehrt, bezogen wir für 5 Tage ein Hotel in Männedorf, einem Nachbarort von Stäfa. Eigentlich handelt es sich um ein evangelisches Tagungszentrum, sie nehmen aber auch „normale“ Hotelgäste. Die Anlage liegt hoch über dem Zürichsee und bietet einen fantastischen Ausblick, eine riesige Gartenanlage, aber kleine spartanische Zimmer. Auf meine Bitte hin konnten wir schon das Keyboard, 2 Gitarren und einen Koffer noch vor der Tour in den Tessin bei ihnen einlagern, denn sonst hätten wir mit einem randvoll bepackten Auto unsere 4-tägige Tour antreten müssen. Das fanden wir sehr entgegenkommend, genauso den Nachlass von 125 CHF, den uns die Dame an der Rezeption beim Auschecken gewährte. Ihr war aufgefallen, dass Günther nie am Morgen den Speisesaal betrat (diesem Mann reichen ein Red Bull und ein paar Zigaretten für den Start in der Tag) und so erstatte sie uns ganz unkompliziert seinen nicht verknusperten „Frühstücksanteil“. Das fand ich so nett von ihr (sie ist übrigens eine Deutsche) und spendete ihr deshalb gleich 25 CHF für die Kaffeekasse. Von dort aus fuhren wir dann am Freitagabend nach München mit unserem gesamten Gepäck. Wir kündigten niemand groß unseren Heimatbesuch zu den Pfingstfeiertagen an, denn nach soviel Action in letzter Zeit verlangte uns nach etwas Ruhe. Günther braucht seine Auszeiten für den Job und ich hatte doch viel zu tun in letzter Zeit mit Wohnungssuche, Appartementübergabe (ich übergab es viel reinlicher als wir es empfangen hatten), dem kunstvollen Packen und Verstauen im Auto (ein Wunder, dass man hinten noch aus dem Fenster schauen konnte) und den vielen anstrengenden und weiten Autofahrten in der letzten Zeit. Zudem fahre ich seit letzter Woche Günther zur Arbeit und hole ihn wieder ab, da es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr umständlich und zeitlich ausufernd wäre. Seit vorgestern Abend logieren wir noch für die nächsten 9 Tag in einem B&B in Wolfshausen, wieder ca. 6 km von Günthers Arbeitsstätte entfernt. Es ist sehr liebevoll eingerichtet, das Zimmer groß und hell, ich habe hier auch eine kleine Küche und eine überdachte und schattenspende Terrasse und einen noch wundervolleren, bezaubernden Garten mit vielen duftenden Rosen. Und so sitze ich jetzt hier draußen und schreibe den Artikel. Ich fühle mich gut und frage mich, warum hat uns das Schicksal nicht schon früher so eine Unterkunft beschert? Genau so etwas hätten wir immer als Appartement oder kleine Wohnung gesucht, um uns hier auch wohnlich wohlzufühlen und dann hätten wir die Sache sicherlich nicht vorzeitig abgebrochen, denn die Arbeitssituation war für Günther ja nicht unerträglich. In einem gewissen Alter und mit entsprechender Erfahrung weiß man eben, es gibt nie die perfekte Arbeitsstelle. So kommen wir uns im Moment als Zugvögel vor, denn nicht nur möblierte Wohnungen, auch Hotels, Pensionen oder B&Bs sind hier schwer und wenn dann nur sehr teuer zu bekommen. Unsere nächste Station für das Wochenende 20. – 22.6 wird ein Hotel in Zürich sein, denn auch die jetzige Unterkunft hier müssen wir wieder verlassen. Ab dem 22.6. hatten wir dann schon unsere letzte Unterkunft, ein Hotel in Stäfa gebucht. Vor ein paar Stunden meinte es aber das Schicksal gut mit uns. Unserer B&B Hausherrin wurde genau für unser Zimmer eine Buchung storniert und nun können wir stattdessen für die letzte Zeit wieder hierher zurückkehren. Somit spiele ich weiterhin Chauffeur, aber das mache ich gerne, denn hier genieße ich das mehr an Platz und die damit verbundene Freiheit.  Am Freitag, den 27.6. haben wir es dann endgültig geschafft und es geht zurück nach München.    

Tag 81

(Monika) Die Zeit fließt so dahin und ich war ganz überrascht festzustellen, dass Günthers Blog Artikel auch schon wieder über 3 Wochen alt ist. Allerdings gibt es auch nicht viel Neues zu berichten, außer dass Günther seinen Vertrag bis Ende August verlängert hat. Die endgültige Zusage über die neu ausgehandelten Bedingungen erreichte uns am 2. Mai in München, wo wir uns gerade auf Heimatbesuch befanden. Wir starteten bereits am Mittwochnachmittag um das verlängerte Wochenende um den 1. Mai voll ausnützen zu können. Während Günther die Zeit tagsüber mehr zum Ausspannen und Relaxen benützte, hetzte ich mehr oder weniger von einem Termin zum nächsten. Zum einen musste einiges erledigt werden, zum anderen wollte ich diesmal auch noch ein paar Leute mehr sehen als nur die Familie, die natürlich schon für mich das Wichtigste darstellt. So waren wir zwei jeden Abend unterwegs. Der Preis für mich war eben die Terminfülle und die 2 Autofahrten nach München und wieder zurück. Wieder zurück, brauchte ich fast die nächste halbe Woche um mich wieder von diesem „Freizeitstress“ zu erholen. Für mich ging es am Montagmorgen gleich weiter mit meinem Yoga-Kurs. Die Anzeige für diesen Kurs las ich an einer Anzeigentafel beim Supermarkt und fragte spontan nach, ob ich auch einen halben Kurs absolvieren könne, da ich wahrscheinlich Ende Mai die Schweiz wieder verlassen würde. Das stellte für die Kursleiterin kein Problem dar und so stieg ich in den Kurs als Yoga-Neuling ein. Und dies war nun für mich die große Entdeckung. Es bereitet mir große Freude und ich habe das Gefühl, dass ich jede Faser meines Körpers wohlig spüre. Nur am stetigen Fließen des Atmens muss ich noch arbeiten. Am Nachmittag hatte ich dann gleich noch Bauchtanz. Auch da bin ich Quereinsteigerin, hatte aber diesen Gedanken daran schon in München. Kurse solcher Art scheiterten bisher an meinen unregelmäßigen Arbeitszeiten, was einen kontinuierlichen Besuch unmöglich gemacht hätte. Jetzt habe ich die Zeit und nütze sie. Bauchtanz hat sehr komplexe Bewegungsabläufe und sieht viel leichter aus als es in Wirklichkeit ist. Ich habe mich damit auch ein wenig meinen Ängsten gestellt, da ich stets von mir glaubte, kein Rhythmus- und Koordination-Gefühl zu besitzen. Deshalb drückte ich mich auch ein Leben lang um das Tanzen und rhythmischen Sportarten. Was kann ich nun nach einigen Stunden sagen? Meine Einschätzung war nicht so falsch, aber ich kämpfe weiter. Diese beiden Termine sind meine wenigen Möglichkeiten mit anderen Leuten direkt in Kontakt zu treten, aber das halte ich für ausreichend. Am nächsten Montag hat mich meine Bauchtanz-Lehrerin am Nachmittag vor der Übungsstunde zu sich eingeladen. Darauf freue ich mich sehr und bin auch neugierig einmal bei einer Schweizerin Kaffee zu schlürfen. Wenn das Wetter schön sein sollte, werden wir bei ihr auf der Terrasse sitzen. Damit sind wir bei unserer Wohnsituation. Seitdem wir wissen, dass wir noch 3 Monate länger hier im Lande sein werden, suche ich intensiv nach einer alternativen Bleibe. Leider bis jetzt ohne Erfolg. Sehr viele möblierte Objekte gibt es nicht und entweder liegen sie zu entfernt zu Günthers Arbeitsstätte oder wir können die Wohnung erst in ein paar Monaten mieten oder die Mietdauer soll mindesten 6 Monate sein usw. Dann haben wir auch den Eindruck, dass Schweizer bevorzugt werden. Naja, das wäre ja vielleicht bei uns auch nicht anders. Inzwischen bieten wir den Vermietern schon an, Ihnen die komplette Miete im Voraus zu bezahlen, damit sich nicht um das Geld sorgen müssen. Wir bleiben einfach dran, was bleibt uns schon anderes übrig. Die beiden vergangenen Wochenenden ließen wir es ruhiger angehen. Die Wetterbedingungen am 10./11.5. lockten uns nicht groß vor die Türe, außer um einen Cappuccino zu trinken. Am vergangenen Sonntag unternahmen wir einen kleinen Ausflug an den nahegelegenen Greifensee. Und davon möchte ich euch ein paar Fotos zeigen: Dies ist der Greifensee, er liegt in etwa parallel zum Zürichsee, ist aber viel kleiner, geradezu idyllisch: Das war der Ausblick auf den See während unserer Kaffeepause: Und nochmal der See, weil er so schön ist:   Eine besonders gelungene Bepflanzung eines Privatgrundstückes mit tollem Baumbestand und eigenem Bootshafen: Die Hauptattraktion des Ortes Greifensee, das Schloss in Vorder- und Rückansicht: Der Weg zum Schloss mit hübschen Fachwerkhäusern und niedlichen Gärten vor einigen Häusern: Aber nicht nur Blumengärten, sondern auch Gärten zum Leben und Spielen: Interessant fanden wir auch diese kleine Kirche, v. a. der asymmetrische Innenraum hatte es uns angetan: Auf dem Rückweg legten wir noch einen Stopp in Uster ein. Dieser Burgturm hatte aus der Entfernung unsere Aufmerksamkeit erregt und so beschlossen wir auf diese Anhöhe zu fahren. Dort oben stellten wir fest, dass es sich um eine hauswirtschaftliche Schule handelt, wahrscheinlich aus früherer Zeit für „höhere Töchter“: Ein Foto, von dort oben aufgenommen: Und nachdem wir ein Herz für Tiere haben – noch diese kleinen Echsen. Wir legten uns extra auf die Lauer um sie hervorzulocken und wurden auch belohnt: Ein Letztes noch: wir haben bei unserem letzten Besuch in München wieder Einiges mit hierher genommen, unter anderem mein Fondue-Set. Am Sonntagabend haben wir mal es mal angetestet, nachdem wir bisher nur auswärts zum Käsefondue-Essen waren. Hier die Zutaten, die man hier beim Supermarkt Migros als Hausmischung bekommt und deren Zubereitung:   Käse-Fondue 200 g pro Person an Käsemischung rechnen: 150 g Gruyère vieux/ Greyerzer extrareif: mindestens 15 Monate 100 g Vacherin fribourgeois/Freiburger Vacherin 125 g Appenzeller Surchoix: mindestens 4 – 5 Monate gelagert 125 g Savogniner Bergkäse Extra 2 ½ Teelöffel Speisestärke 250 ml Weißwein oder Apfelwein 3 Esslöffel Kirschwasser Knoblauch, Muskatnuss, Pfeffer, Paprika oder Chili zum Würzen nach Belieben Brotwürfel, gekochte Kartoffeln, Paprikastreifen, Möhrenstifte, Stangensellerie u. ä. zum Dippen   Weißwein oder Apfelwein mit etwas Zitronensaft in das Caquelon geben. Käsemischung und die Speisestärke dazugeben. Unter ständigem Rühren mit einem Schaumlöffel die Mischung zum Kochen bringen bis sie eine cremige Konsistenz hat. Würzen nach Belieben. Auf dem Rechaud leicht köcheln lassen und immer wieder umrühren.   Es war köstlich, nur nehmen wir beim nächsten Mal zunächst etwas weniger Wein, da es am Anfang für unseren Geschmack etwas zu flüssig war. Lieber werden wir dann nach Bedarf noch Wein nachschütten.

Guten Appetit!

  

Ausflug Genfer See, Ostern 2014

(Günther) Wir hatten uns vor einigen Wochen schon entschlossen, die Osterfeiertage am Genfer See zu verbringen und uns etwas von der französischen Schweiz anzuschauen. Schon vorweg: Wir sind ja inzwischen doch recht herumgekommen in der Schweiz und müssen feststellen, dass die Schweiz ein ausgesprochen schönes Land ist. Sowohl von der Landschaft her, die sich oft in krassen Gegensätzen präsentiert, als auch von der Architektur, die sehr hübsche Örtchen hingezaubert hat. Auch deutlich zu erkennen: die Schweiz hat in moderner Zeit keine Kriege erleben müssen und daher sind Orte meist durchgängig noch mit alten Gebäuden bestückt. Und nicht zuletzt ist es ja typisch schweizerisch, dass alles sauber, gepflegt und ordentlich ist. Wir haben bisher kaum ein Haus gesehen, dass nicht in den letzten Jahren renoviert wurde. Heruntergekommene Gebäude sieht man hier nicht. Wir sind am Freitag Vormittag losgefahren und haben uns entschlossen, nicht den direkten Weg über die Autobahn zum Genfer See zu nehmen, sondern mit ein paar kleinen Umwegen noch ein paar Sehenswürdigkeiten am Weg mitzunehmen. Auch da ist uns wieder aufgefallen, dass in der Schweiz auch die Landschaft „kleiner“ ist – gerade eben fährt man noch durch eine Ebene und im nächsten Moment winden sich Serpentinen einen Berg hinauf, dann geht es wieder bergab und es wird flach – so ging es eigentlich die ganze Fahrt hindurch. Aber gerade das macht das Land auch sehr spannend – im Grunde weiß man nie, was einen nach der nächsten Kurve erwartet. Sehr bald waren wir doch wieder in einer bergigeren Gegend und da sind wir einem weiteren schweizerischen Phänomen begegnet: Tunnels. Eigentlich ist es in dieser Landschaft klar, aber es verblüfft einen dann doch, wie viele Tunnels die Schweizer in diesem Land gegraben haben. Und vor allem sind viele dieser Tunnels wirklich lang und – was man selten erlebt – sie sind kurvig und gehen bergauf und bergab. (Später in Neuchatel haben wir sogar erlebt, dass die ganze Stadt mit Tunnels unterminiert ist, was das Fahren dort sehr angenehm macht; in vielen Fällen ist es wohl auch so, dass es bei der Enge, die in vielen Städten herrscht, einfach keinen Platz mehr für Stadtautobahnen oder ähnliches gibt.) Nach gerade mal zwei Stunden haben wir Rast auf dem Brünigpass auf 1007 m Seehöhe gemacht – mit einem imposanten Ausblick: Dort haben wir auch einen Kaffee in einem sehr urigen und hübschen Lokal getrunken und einer weiteren Leidenschaft gefrönt, zu der einen die Schweiz immer wieder verführt: wir haben den „Haslikuchen“ entdeckt, den es nur im „Haslital“ gibt. Einen ganz ausgezeichneten Haselnuss-Kuchen, den Monika gleich nach unserer Rückkehr nachgebacken hat und gleich auf Anhieb naturgetreu hinbekommen hat. Auch das müssen wir attestieren: Essen in der Schweiz ist eigentlich immer ein Genuss. Da kommen wohl französische, deutsche und italienische Lebensart zusammen und das zeigt sich überall in Süßspeisen, Brot, überhaupt allerlei Backwaren, Käse, Schinken und Speck usw. Auch habe ich außerhalb von Österreich nirgends so eine Vielfalt an Würsten und Salamis erlebt wie hier. Auch eine Erkenntnis dieser Reise: in der Schweiz gibt es unzählige Seen. Kaum ein paar Kilometer zu fahren, ohne dass man an einem See vorbeifährt. Manche davon sind wirklich winzig, vielleicht gerade mal einen Quadratkilometer groß, andere dagegen schon größer, wie z.B. der Thuner See, wo wir am Nachmittag einen Halt in Thun gemacht haben: Eines von vielen Örtchen, die wir in den nächsten Tagen besucht haben und die uns allesamt sehr beeindruckt haben. Im Nachhinein kann man sagen: eigentlich kann man überall halten und aussteigen und wird ein hübsches Örtchen antreffen. Da haben wir auch die erste von unzähligen Burgen (oder Châteaus, wie sie in der französischen Schweiz genannt werden) besucht: Auch das hat uns beeindruckt: Jedes kleines Städtchen hat seine eigene Burg – oft nur aus ein bis zwei kleinen Gebäuden bestehend – aber es ist eine Burg und – auch interessant: wenn diese Burgen am See liegen, dann sind sie immer so gebaut, dass sie möglichst den ganzen See überblicken. Offensichtlich war man immer bestrebt, den Feind möglichst schnell zu sehen und es war ziemlich sicher, dass er über den See kam… (Auch etwas, dass ich bei dieser Reise erfahren durfte: meine Monika hat ein wahres Faible für Burgen und es gibt kaum eine auf der Strecke, die wir ausgelassen haben – wir sind richtige Châteauristen geworden…) Am Rande: Wie wir aus Stäfa wissen, waren hier immer auch schon die Zwistigkeiten etwas kleiner – räumlich gesehen – als anderswo. In Stäfa z.B. steht ein Denkmal für einen Aufstand, mit dem sich Stäfa gegen Zürich aufgelehnt hat, dabei ist Zürich gerade mal 30 km weit weg… Den Menschen hier ist die Autonomie wohl sehr wichtig und das macht sich oft schon an den kleinsten Städten fest. Deswegen wohl auch überall die Burgen und Befestigungsanlagen. Was noch dazu passt: Am Montag ist in Zürich Feiertag – hier in Stäfa nicht… Und noch etwas, was ich inzwischen als sehr typisch finde: Das schweizerische Faible für Schilder – in den meisten Fällen eher niedlich, in manchen aber auch schon etwas befremdlich: (dafür wird es noch einen eigenen Blog-Artikel geben…) Gegen Abend hatten wir dann noch einen Stopp in Fribourg eingeplant, aber der ist im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen, weil es fürchterlich zu schütten begonnen hat. (Übrigens das einzige mal in den ganzen Tagen.) Nichtsdestotrotz haben wir Fribourg als ausgesprochen hübsche Stadt erlebt: Wir hatten unser Hotel in Lausanne gebucht, weil die Hotelpreise in Genf schlicht atemberaubend sind – da kann einem die Lust auf Urlaub schnell vergehen. Und kaum in der französischen Schweiz angekommen, ist man mit Deutsch oder Englisch ziemlich aufgeschmissen. Erstaunlich: da fährt man über die Kantonsgrenze und schlagartig ist alles nur mehr in Französisch angeschrieben; wie wir feststellen durften, sprechen die Leute hier auch nur mehr Französisch – kein Deutsch und auch kein Englisch… Auch das dürfte dem französischen Einfluss zu verdanken sein: In Frankreich kann (oder will) ja auch keiner Englisch reden… Am nächsten Morgen haben wir uns zuerst auf eine Tour durch Lausanne gemacht und gleich neben dem Hotel dieses Haus entdeckt – vermutlich fällt es gar nicht auf, aber eine Reihe der Fenster ist aufgemalt…: Und dann sind wir schon nach wenigen Metern direkt in einen Markt gelaufen, der sich über eine längere Strecke durch die engen Gassen von Lausanne erstreckt hat: Im Nachhinein würde ich sagen, dass uns Lausanne wesentlich besser gefallen hat als Genf, weil es kleiner und schnuckeliger ist: Und es ist wirklich so, dass man hier schon den französischen Einfluss merkt. Auf dem Markt waren einige Dinge recht deutlich vertreten, die es bei uns (in Stäfa) eher weniger gibt: viel Fenchel, deutlich mehr Pilze, Honig, Wein und eine ungeheure Vielfalt an Käse usw. Auch gibt es in Lausanne eher die hübschen kleinen Bistros und Cafés, die denen ähneln, die ich aus Wien kenne. Wir haben dann auch die Cathedrale Notre Dame entdeckt: Diese Kathedrale war auch innen beeindruckend: In einem der Lokale haben wir zu Mittag gegessen und da habe ich wieder einmal etwas entdeckt, was es so wohl nur in der Schweiz gibt: Ein Brot mit Schinken darauf, mit (viel) Käse überbacken und einem Spiegelei darauf: Am Nachmittag hatten wir dann noch einen Ausflug nach Aigle geplant. Die Fahrt dorthin am Genfer See entlang war schon alleine einen Ausflug wert: Aigle ist ein sehr schöner, kleiner Ort: Bei dem folgenden Foto gibt es Kleinigkeit, die man leicht übersieht, die aber hier in der Schweiz allgegenwärtig ist – sogar im Supermarkt findet man es: Pferdefleisch – und die dazugehörigen Metzger: Auch Aigle hat seine eigene Burg (wer hätte es gedacht): Dort in einem Café ist uns dieses ausgesprochen hübsche Tier begegnet, das sehr zutraulich und verschmust war: Dann hat sie noch die „Katze auf dem heißen Blechdach“ gegeben: Der Rückweg führte uns über Montreux und Villeneuve: Villeneuve ist malerisch am Genfer See gelegen und reiht sich nahtlos in die hübschen Orte ein, die wir auf dieser Reise gesehen haben: Besonders putzig fand ich diese „Insel“: Und hier der Blick von Villeneuve rüber nach Montreux: Im Gegensatz zu Villeneuve ist Montreux „monstreus“ und eigentlich reicht da ein einziges Bild, um alles zu sagen: Irgendwie ist Montreux ja beeindruckend, wirkt schon fast wie die Riviera, auf der anderen Seite strotzt es so vor Geld, dass es schon unwirklich ist. Unterwegs sind wir noch – kaum zu glauben – an einer Burg, dem Château de Chillon, stehengeblieben. Ausnahmsweise mal eine richtig große Burg…: Was uns auch aufgefallen ist: Eine solche Häufung an Burgen gibt es teilweise auch in Deutschland, z.B. am Rhein entlang oder in der Pfalz. Allerdings sind diese Châteaus in der Schweiz durch die Bank (welches Wortspiel…) perfekt erhalten – wir haben keine einzige Ruine gesehen. Am Sonntag wollten wir nach Genf, haben uns aber am Vormittag noch die Gegend um den See in Lausanne angesehen. Hier präsentiert sich Lausanne dann doch recht mondän: Am folgenden Bild sieht man etwas, das es hier auch oft gibt: Jogger. Das könnte daran liegen, dass die Menschen hier das leckere Fondue und Rösti ablaufen müssen… Im Ernst: wir haben hier wenig übergewichtige Menschen gesehen. Dieses Bild könnte man als repräsentativ für die Seen nehmen, die wir gesehen haben: direkt hinterm See ragen die Alpen empor – irgendwo in dieser Kulisse liegt sogar der Mont Blanc. (Ein ganz ähnliches Bild sehe ich auch jeden Morgen auf meinem Weg zur Arbeit: neben mir der Zürcher See und direkt dahinter die schneebedeckten Alpen…) Auch bei diesem Ausflug hatten wir uns entschlossen, nicht die Autobahn sondern die Strasse am See entlang zu nehmen, um uns unterwegs noch ein paar Ortschaften anzusehen, darunter auch einige – naja, Burgen 🙂 – wie z.B. hier in Morges: Und auch der Ort selbst präsentiert sich sehr schmuck: Auch in Nyon sind wir hängengeblieben. Offen gestanden haben es uns diese Ortschaften am See schon angetan – eine hübscher als die andere: Witzig, dieser Brunnen, der für Ostern geschmückt war – wie übrigens alle Brunnen, die wir in Nyon gesehen haben: Und vermutlich hätte man es schon geahnt – Nyon hat auch eine Burg, das Château de Nyon: Um es deutlich zu sagen: auch wenn es in erster Linie Monikas Faible ist – ich kann mich auch für Burgen begeistern, vor allem wenn sie so aussehen, wie man sich eben eine Burg vorstellt – mit Burggraben, Türmchen, Zugbrücke usw. – und wie schon erwähnt, ist alles perfekt erhalten und renoviert. Und dann sind wir Genf gelandet und waren – naja, beeindruckt – anders kann man das nicht nennen. Die Altstadt in Genf ist traumhaft und – wie auch schon erwähnt – im Grunde lückenlos. Nachdem es hier (wie in vielen Städten, die wir gesehen haben) gleich nach dem See bergauf geht, ist hier alles verwinkelt, mit vielen Treppen und engen Gassen: Allerdings ist Genf auch sehr protzig – besonders um den See herum: Quasi im Vorbeifliegen haben wir noch den Place des Nations gestreift: Und die Preise in Genf sind die höchsten in der Schweiz. Wir haben uns ja noch immer an die Preise in Stäfa nicht wirklich gewöhnt und Genf ist da noch einmal eine Nummer krasser. In Genf alleine gibt es 130 Banken – die meisten davon privat und das merkt man an jeder Hausecke. Alles in allem: Uns hat Lausanne besser gefallen, weil beschaulicher, vielleicht auch ein wenig französischer. Genf ist uns zu großstädtisch… Am letzten Abend in Lausanne sind wir noch kurz in einen kleinen Laden, um uns mit ein paar Dingen fürs Hotelzimmer einzudecken. Uns ist gleich aufgefallen, dass der Laden einen leicht asiatischen Einschlag hatte, aber vor dem Kühlschrank mit dem Bier hat es uns dann vom Hocker gehauen: Da gab es Lion Beer aus Sri Lanka – sogar Lion Strong! Unglaublich, dass man nach Lausanne in der Schweiz fahren muss, um srilankisches Bier zu bekommen! Wie sich nachher herausgestellt hat, als ich mit dem Ladenbesitzer geredet habe: Er stammt aus Jaffna, im Norden von Sri Lanka… Witzig, wie klein die Welt manchmal ist… Am nächsten Morgen traten wir unseren Rückweg an und hatten noch vor, Bern und Neuchatel einen kurzen Besuch abzustatten. Und diese Schweizer stellen einem dauernd Burgen in den Weg – die erste war das Château de Grandson: Und das Château de Vaumarcus: (Auf dem Foto sieht man übrigens etwas, das wir häufig gesehen haben: recht wirr und bunt bemalte Fensterläden, die den Häusern ein ziemlich eigenwilliges Aussehen geben.) Auf dem Weg dahin sind wir allerdings noch an einem Château hängengeblieben, das Monika während der Fahrt entdeckt hatte – das Château de Colombier: Man muss es vermutlich nicht erwähnen: Auch Neuchatel ist eine sehr ansprechende Stadt und eben auch wieder sehr hügelig: Und oben thront eine imposante Kirche: Für Bern hatten wir nicht mehr wirklich viel Zeit und irgendwie waren wir vermutlich auch schon ein wenig châteaurisiert. Nichtsdestotrotz hat uns Bern sehr gut gefallen – eben auch weil sehr durchgängig und nicht ganz so überkandidelt wie Genf: Das Navi wollte uns partout mit der Fähre über unseren Zürisee lotsen und da haben wir uns gedacht, dass wir das mal machen – ansonsten hätten wir um den ganzen See herumfahren müssen und dazu waren wir dann schon zu müd. Die Fähre fährt am Nachmittag im 10-Minuten-Takt und ist in nicht einmal 15 Minuten am anderen Ufer. Wenige hundert Meter vor dem Ortsschild von Stäfa hat uns dann noch die Polizei bei einer Verkehrskontrolle rausgewunken. Erstaunlich: die erste Frage war, wie lange wir schon in der Schweiz sind und wie lange wir noch bleiben wollen. Nach einer Kontrolle des Fahrzeugs hat uns der (sehr freundliche) Polizist darauf hingewiesen, dass in der Schweiz auch unter Tags Licht aufdrehen ein „Obligatorium“ ist. Normalerweise tun wir das eh, aber nach der Fähre hatten wir’s schlicht vergessen. Der Polizist beließ es bei einer Verwarnung… 😉 Erst am nächsten Tag haben wir bemerkt, dass wir doch ziemlich geschlaucht waren. Normalerweise machen wir eigentlich solche Mammutprogramme nicht in so kurzer Zeit – hat schon fast an das japanische „Europa-in-21-Tagen“ erinnert, aber irgendwie hat uns die Gegend schon gelockt und sie hat eben wirklich etwas zu bieten. Die Reise hat uns eine ausgesprochen schöne Seite der Schweiz gezeigt und wir haben auch schon beschlossen, dass wir zu Pfingsten auch noch die italienische Schweiz besuchen wollen. 😉

Tag 46

 (Monika)

Das Leben fühlt sich hier „normaler“ an und es gibt nicht so ein Festival der Sinne wie in Sri Lanka. So verspüren wir nicht so sehr den Drang etwas für den Blog zu schreiben, weil wir hier nicht so den Eindruck des Außergewöhnlichen haben. So können wir hier nur von unserem Alltag berichten, der sich jetzt für uns nicht so unterschiedlich darstellt wie in München. Und da Günther jeweils von Montag bis Freitag von 8:30 Uhr bis 18:15 Uhr aushäusig ist, verbleibt mir die Aufgabe hier etwas zu berichten. Es passierte auch in den letzten Tagen nichts Besonderes, deshalb werde ich nur anhand der Fotos ein wenig von uns erzählen.

Die Bank im Vordergrund gehört zu meinen Lieblingsplätzen. Hier lese ich gerne und schaue zwischendurch immer wieder auf den See und die Berge:

Am vergangenen Sonntag besuchten wir das hübsche Städtchen Zug. Schon auf der Fahrt begeisterte uns die Natur, die momentan geradezu explodiert. Unser erster Zwischenhalt für eine Zigarettenpause ließ uns hinter einem Haus diese putzigen Ziegen entdecken: Bewacht wurde dieses Grundstück von einem „furchterregenden“ Wachhund: Zug empfing uns an der Seepromenade mit dieser herrlich bunten Blumenpracht: Hier sehen wir die Altstadt mit ihren gut erhaltenen Fachwerkhäusern, es ist wie immer alles „wie aus dem Ei gepellt“: Dort, wo die Dächer überstehen, finden sich oft sehr beeindruckende Holzmalereien: In Zug steht eine kleine Burg. Aus dem dortigen Garten fotografierte Günther über den Burgwall hinweg: Auf dem Weg zurück ins Parkhaus fiel uns dieses reizende dreieckige Häuschen auf: Und für was und wen wurde dieses eigenwillige Gebäude gebaut? Ein Schild lieferte die Erklärung – ein Gartenhaus. Ich gebe zu, wir amüsierten uns ein wenig darüber. Die Schweizer lieben es oft ein „li“ an Wörter dranzuhängen: Die Rückfahrt führte uns über den Ratenpass. Obwohl er nur 1077 m hoch ist, bot sich uns ein eindrucksvoller Blick. Der Wind wehte dort oben ziemlich kühl, ganz im Gegenteil von Zug, wo wir im Außenbereich einer Gaststätte eine Pause einlegten. Der Parkplatz des Restaurants an der Passhöhe war übervoll, wohl nicht nur wegen der kulinarischen Köstlichkeiten und der Aussicht, sondern auch wegen einer Automobilausstellung. Das fällt uns immer wieder auf, in vielen Orten sind zurzeit Anpreisungen für Autos, vor allem im hochpreisigen Sortiment. Die Anzahl der Autohändler für Jaguar, Maserati & Co. ist hier überproportional hoch: „Alt“ trifft „neu“: Noch ein bisschen älter, dafür aber mit viel Charakter: Die letzte Station unseres Ausflugs war das berühmte Kloster Einsiedeln, eine imposante barocke Anlage: Ein Foto aus dem Auto heraus gemacht, mit Blick auf den Zürichsee mit der gegenüber liegenden „Goldküste“, an der auch wir wohnen: Über den Seedamm von Rapperswil, einem künstlichen Damm an der engsten Stelle des Zürichsees, ging es zurück. Diese Fotos machte Günther wiederrum aus dem fahrenden Auto:

Zum Schluss noch ein Rezept für eine Bündner Nusstorte:

Dieser Kuchen ist sehr zu empfehlen. Wir haben ihn kennengelernt an einem Stand auf unserem örtlichen Wochenmarkt. Nachdem wir beide so begeistert waren, recherchierte ich nach dem Rezept und probierte es gleich aus. Ich kann nur sagen, das Ergebnis – perfekt!

300 g Mehl

150 g Zucker

150 g Butter

1 Ei

1 Prise Salz

Zutaten zu einem Teig verarbeiten. 250 g Teig für den Deckel zurückbehalten. Mit dem übrigen Teig wird die Kuchenform mit einem 3 cm hohen Rand auslegt .

  300 g Zucker

250 g Walnusskerne, gehackt

200 ml süße Sahne

Den Zucker hellbraun bräunen, die Nüsse darunter mengen, die Sahne beifügen und zweimal aufwallen lassen. Die Masse in die Form geben und den Deckel darauf legen, mehrmals mit der Gabel einstechen. Die Form in den kalten Ofen schieben und bei 180 – 200°C ca. 45 min. hellgelb backen.

Wir wünschen allen ein schönes Osterwochenende.


  

Tag 32

(von Monika) Wir befinden uns jetzt in der 5. Woche unseres Zwischengastspiels in der Schweiz.

Heute möchte ich nur ein paar Fotos der letzten Woche zeigen und mit ein paar persönlichen Gedanken „garnieren“. Das 1. Bild zeigt die katholische Kirche von Stäfa. Den lieblichen Klang ihrer Glocken hören wir jeden Morgen um 7 Uhr in einer beachtlichen Lautstärke, zudem dauert diese Demonstration kirchlicher Präsenz eine geschlagene Viertelstunde. Sonntags haben wir das Vergnügen sogar zweimal im Laufe des Vormittags.

Auch an diesen Samstag besuchten wir den hiesigen Markt vor der evangelischen Kirche und erstanden wieder Leckereien: Vor der  Kirche befinden sich diese bemerkenswerten Parkplätze. Leider waren wieder keine himmlischen Fahrzeuge „parkiert“. Zu gerne hätten wir einmal dem Besitzer einer dieser Autos aufgelauert. Wann hat man schon mal die Gelegenheit einen der „göttlichen Dreifaltigkeit“ ins Auto steigen zu sehen und sich vielleicht sogar ein Autogramm geben zu lassen: Das Pfarrhaus mit einem fantastischen Ausblick auf den See und die Berge:

Am anderen Ende des Kirchplatzes liegt das Schulzentrum mit Spielplatz und einem kleinen Park. Auffällig an diesem Bild ist nicht in erster Linie die bunte Kuh, solche fantasievoll bemalten Kühe finden sich öfters im Lande, sondern die Fahne. Eine solche Häufigkeit, der vor allem privaten Beflaggung habe ich sonst nur noch in den USA erlebt:

 

Auch von dort oben aufgenommen, ein Blick auf Stäfa:

Und immer wieder schöne alte Häuser mit Traumgärten und beneidenswertem Rundumblick. Ständig sehen wir hier viele alte herrschaftliche Häuser und gepflegte Gärten. Das ganze Land verströmt eine gewachsene Eleganz und Gediegenheit. Wir spüren hier förmlich das Jahrhunderte alte, gewachsene Selbstverständnis der Schweizer, geprägt von Wohlstand und Unabhängigkeit. Während halb Europa immer wieder in Chaos und Krieg versank, war hier keine Zerstörung und es ging in der Entwicklung nur in eine Richtung – nach oben.

Auch neuere Gärten sind liebevoll und akkurat gepflegt. Was mir noch auffällt, überall stehen Töpfchen mit blühenden Blumen herum, auf Fenstersimsen, Briefkästen…

Noch einmal ein Bild auf unsere Wohnstatt. Die 4 Fenster mit fast heruntergelassenen Jalousien, rechts neben den runden Kaminen, gehören zu unserem Appartement:

Am Sonntag drängte es uns nach draußen und wir fuhren ins nahegelegene Rapperswil. Die nächsten beiden Bilder zeigen die Burg von der Uferpromenade aus:

Dieses Turmhäuschen der Burganlage hatte es mir angetan, klein, aber fein:

 

Und hier das Ganze von oben mit einer reizenden Altstadt zu Füßen und immer wieder kleinen Gärten dazwischen:

 

Impressionen von unserem Spaziergang durch die Altstadt:

 

Dazwischen hat auch die Moderne zugeschlagen um auf das dort untergebrachte Museum aufmerksam zu machen.

Der Bahnhof von Rapperswil:

Gegenüber lag dieser „Biergarten“ und so ließen wir uns nieder und reflektierten unsere Eindrücke von diesem Tag und den vergangen Wochen:

 

Wir stellten fest, dass wir uns hier nur mit Einschränkungen wohl fühlen. Das liegt sicherlich zu einem guten Teil an der Diskrepanz zwischen unserem Leben in Sri Lanka, einem Schwellenland und der vor Reichtum strotzenden Schweiz. Die Auswirkungen des Geldes sieht man hier überall. Alleine, als wir an unserem Tisch saßen und auf die Straße blickten, was sahen wir da für Autos? Ich habe noch nirgendwo in so kurzer Zeit so viele Luxusschlitten gesehen. Dann fällt mir auch immer wieder die, zugegeben edle Art der Bekleidung auf, leider oft auch die damit verbundene Haltung der Leute. Es ist die Ausstrahlung, da sind wir zwei uns einig, die etwas ausdrückt und oft auch vermittelt – wir haben etwas und wir zeigen es auch. Und damit haben wir zwei so unsere Probleme. Wir beide schauen, auch wenn es abgedroschen klingen mag, mehr auf die inneren Werte und nicht auf das, was jemand alles an materiellen Gütern vorzuweisen hat. Und deshalb fühlen wir uns hier nicht so wohl. Diese, nennen wir es natürliche Arroganz vieler Schweizer drückt sich auch in der Haltung gegenüber Ausländern aus. Zum einen brauchen sie dringend die gut qualifizierten fremden Arbeitskräfte, zum anderen halten sie diese aber gerne auf Distanz und lassen sie teils offen oder unterschwellig spüren, dass sie sind nur geduldet sind, dass man sie notgedrungen braucht um auch ihren Wohlstand zu erhalten und zu mehren. Zum ersten Mal in unserem Leben fühlen wir uns wirklich als Ausländer. Das ist schon komisch, schließlich waren wir beide schon oft im Ausland und da ist man naturgemäß immer ein Fremder. Der Unterschied zu jetzt ist, wir empfinden uns oft so behandelt als kämen wir selbst aus einem Entwicklungsland. So haben wir unsere Heimatländer zwar noch nie betrachtet, aber das ist vielleicht Ansichtssache.

Wir sind gespannt, ob sich unser Bild noch wandelt oder eher in dieser Meinung verharren wird. Auf jeden Fall wollen wir offen bleiben für alles was kommt. Das sind im Moment so unsere Eindrücke, aber es soll noch kein endgültiges Urteil darstellen.

  

Tag 19

(von Monika) Die Tage letzten Tagen sind vom Wetter her gesehen einfach fantastisch. Heute habe ich mich trotz meiner Beschwerden vor die Türe getraut. Seit Tagen sitze ich armes, heuschnupfengeplagtes Wesen zuhause und sehe das Frühlingserwachen nur durch die Scheiben. So drängte es mich heute mit aller Macht in die Natur. Die Ufer des Zürichsees steigen mehr oder weniger an, schließlich haben sich in dieser Gegend in den diversen Eiszeiten einige Gletscher ausgetobt. So ging es für mich stetig nach oben, was für mich schon anstrengend war und ich ziemlich keuchen musste wegen meines allergischen Asthmas. Letztendlich gelangte ich zu einem herrlichen Aussichtspunkt oberhalb von Stäfa am Waldesrand. Ich ließ mich auf einer Bank nieder und genoss die Weinberge unter mir (Stäfa ist die größte Weinbaugemeinde im Kanton Zürich), den See und die immer noch schneebedeckten Alpen. Ich erfreute mich an den zahlreichen Blumen, die sich nun überall zeigen: Sogar Heilpflanzen entdeckte ich, wie diesen Huflattich: Es war ein ganzer „Huflattich-Teppich“, in dieser Fülle sah ich so etwas schon lange nicht mehr: Was mich immer wieder fasziniert sind die Palmen, die hier in freier Natur den Winter „überleben“: Immer wieder richtete ich auch meinen Blick nach oben, um die zahlreichen Falken zu beobachten, die sich durch die aufsteigenden Winde immer höher in den Himmel schraubten und majestätisch ihre Kreise zogen: Eine gute Stunde saß ich auf einer dieser Bänke, las immer wieder ein paar Seiten und beobachtete die Umgebung und es ging mir auf einmal sehr gut, keinerlei Beschwerden trübten den Genuss: Ich nahm einen anderen, aber weiteren Weg zurück, aber dafür habe ich zwei weitere Lokale entdeckt. Beide bieten von ihrer Terrasse einen Blick über den See. Ich fürchte, die müssen wir auch noch ausprobieren. Hoffentlich schaffen wir das noch alles bei den zahlreichen Möglichkeiten während der Zeit unseres Aufenthalts hier. Denn wir haben uns vorgenommen als Abschluß einer Arbeitswoche jeweils ein neues Restaurant zu testen. Auf dem Rückweg ging es durch Wiesen, vorbei  an Weinstöcken wieder in das Zentrum von Stäfa, in dem wir wohnen: Die evangelische Kirche streifte ich auch, Günther kommt dort täglich vorbei auf seinem Weg zur Firma. Vor ihr fand übrigens am vergangenen Samstag der Wochen-Markt statt: Was mir sonst noch auffiel: es begegneten mir immer wieder Leute und fast alle brachten mir ein freundliches „Grüezi“ entgegen, das ich gerne erwiderte mit einem ebenso freundlichen „Grüß Gott“. Auch wenn ich als erste einen Gruß darbiete, ich bleibe bei meiner bayrischen Variante, denn ich habe mir sagen lassen, dass die Schweizer unsere Versuche „Schwiizerdütsch“  zu reden eher als Anbiederung empfinden oder es als schlichtweg peinlich erachten. Also, dem wollen wir uns nicht aussetzten und so bleiben wir bei unseren Dialekten, die sind ja schließlich auch sehr schön und wir sind zurecht stolz darauf.  

Tag 16

(von Monika) Die zweite Woche unseres Aufenthalts in der Schweiz liegt jetzt hinter uns. Der Wettergott ist auch mit uns, denn überall sprießen die Frühlingsblumen und wir konnten uns über viel Sonnenschein freuen. Endlich konnten wir auch den See in seiner ganzen Schönheit mit dem dahinter liegenden Bergpanorama bewundern. Bisher war die Fernsicht eher getrübt und es bot sich uns nicht diese Klarheit. Günthers Arbeitswoche beschlossen wir deshalb mit einem Abendessen auf der Terrasse eines hiesigen Gasthofes mit einem herrlichen Blick über den See. Hinterher waren wir dann doch etwas ausgekühlt, aber wir haben es sehr genossen, das erste Mal an einem Abend draußen zu sitzen. Die Speisen („gebackenes Eglifilet im Bierteig“ für Günther und „Würfel vom Schweinsrücken im Speckmantel“ für mich), vom Geschmack wie immer – alles perfekt. Das müssen wir wohl in Zukunft nicht immer wieder erwähnen, denn vom Kochen verstehen die Schweizer eindeutig eine ganze Menge. Das fängt aber schon bei den Ausgangsprodukten an. Alles, selbst die abgepackten Lebensmittel aus dem hiesigen Aldi können sich sehen und vor allem schmecken lassen. Bei jedem Einkauf versuche ich mir unbekannte Produkte zu kaufen, vor allem aus dem Wurst- und Käsebereich und natürlich Süßwaren. Ein besonderes Highlight bildete deshalb auch der Besuch eines kleinen Marktes bei uns im Ort, gleich neben der evangelischen Kirche und dem Schulzentrum, wie sich das für eine bodenständige Gemeinde gehört. Am vergangenen Samstag war es der erste Markt dieser Art im laufenden Jahr. Obwohl er nur ca. 10 Verkaufsstände hatte, war es doch eine kulinarische Augenweide. Innerhalb kurzer Zeit wechselten viele Franken den Besitzer, aber dafür erhielten wir leckeren Rahmkäse, Speck, ein herrliches Tomatenbrot, mürbes Käsegebäck, Kipferl und ein kleines Kuchensortiment an Heidelbeer-Mohn-Gugelhupf, Linzer Tore, den besten Schokoladenkuchen meines Lebens und als Krönung eine Bündner Nusstorte, die eine Sünde wert ist. Ich habe nach dem Genuss sofort eine Rezept-Recherche bei Tante Google gestartet und entsprechende Lesezeichen für einen späteren Backversuch gesetzt. Gestern spazierten wir nochmals wegen des frühlingshaften Wetters etwas planlos durch den Ort. Wir entdeckten dabei die ein oder andere hübsche Ecke, wie die nachfolgenden Fotos zeigen: Diese graue Katze hatte es uns angetan. Sie kam, nachdem Günther sie lockte, ohne Scheu auf uns zu und ließ sich streicheln und kraulen: So breitet sich der „Zürisee“ vor einem aus: Ein Stück der Uferpromenade: Hier ein paar Aufnahmen aus dem Bereich des Hafens: Wir  beendeten unsere Erkundungstour am Hafen bei einem Cappuccino. Dort genossen wir nochmal in Ruhe die Aussicht und tankten die wärmenden Sonnenstrahlen. Ein Bild von unserem Tisch aus aufgenommen: Doch, inzwischen gefällte es uns hier sehr gut und wir genießen die Zeit so gut es geht, auch wenn Günther arbeiten und ich ziemlich viel Zeit alleine verbringen muss. Was mich wirklich beschäftigt und leider beeinträchtigt, ist bei mir die Rückkehr meiner Allergie. Viele Jahre lebte ich vollkommen symptomfrei, aber jetzt jucken die Augen, plagen mich Niesanfälle, es kitzelt am Gaumen und vor allem in den Ohren (ein sehr schräges Gefühl!). Das könnte ich alles noch so ertragen, aber leider kehren auch immer wieder meine Asthmabeschwerden zurück. Ich verstehe es nicht, so früh im Jahr hatte ich doch früher niemals Probleme, was blüht hier nur? Ich weiß es nicht oder meldet sich doch die Psyche und raubt mir den Atem? Ich gebe es zu, eigentlich hätte mich mein Fernweh schon lieber etwas weiter weggetragen als nur in die Schweiz, aber wie heißt es doch so schön: „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“. Den kommenden Freitag werde ich Günther gleich von der Arbeit abholen und wir fahren über das Wochenende nach München. So hat die Nähe zur Heimat auch wieder seine Vorteile…

Wieder ein Land mit dem Anfangsbuchstaben „S“…

(von Monika) Wir haben Deutschland wieder verlassen, aber recht weit gekommen sind wir nicht wirklich. Genaugenommen handelt es sich nicht einmal um eine Reise im klassischen Sinn sondern eher um eine weitere Auslandserfahrung bei einem unserer Nachbarstaaten, nämlich der Schweiz. Ja, wir sind bei den Eidgenossen gelandet, aber nicht mit dem Flugzeug, sondern reisten am Samstag, den 1.3.14 mit einem vollbepackten Auto an. Deswegen mussten wir uns diesmal keine Beschränkungen beim Packen auferlegen, das hat schon was und ein Visum brauchten wir auch nicht. Günther hat sogar eine offizielle Aufenthaltsgenehmigung, der Preis dafür ist allerdings:  er muss nun arbeiten. Ja, unser Günther ist nun über eine Arbeitsvermittlungs-Agentur in der Schweiz als Software-Entwickler für 3 Monate bei einer Firma für Sensortechnik angestellt. Irgendwie müssen nun einmal Reisen und Auszeiten finanziert werden… Die Anreise ließen wir sehr gemütlich angehen. Gestartet sind wir um die Mittagszeit, nahmen in Bregenz ein verspätetes Mittagessen ein und fuhren dann auf Landstraßen über ziemliche Hügel nach Stäfa an den Zürichsee. Unterwegs sahen wir zum ersten Mal seit unserer Rückkehr aus Sri Lanka aus der Nähe Schnee. Der höchste „Pass“ auf unserer Fahrt durch die hügelige und wunderschöne Gegend hatte zwar nur gute 800 Höhenmeter, aber das reichte aus, dass sogleich Schneeregen einsetzte. In der Landschaft ringsherum fand sich auch noch genügend Schnee und in der Ferne zeigte sich, durch das schlechte Wetter leider behindert, ein schneebedecktes Gebirgspanorama. Das kann ich nun auch hier bewundern an unserem Aufenthaltsort. Nachdem es sich aus der Entfernung als ziemlich schwierig herausstellte sofort eine Bleibe für längere Zeit zu buchen, griffen wir auf eine bewährte Methode zurück. So reservierten wir für eine Woche ein Zimmer in einem Bed & Breakfast in Stäfa. Von dort aus wollten wir uns auf die Suche machen. Dass ich das so schnell machen würde, nämlich gleich ein paar Stunden nach unserer Ankunft am späten Abend, das hatten wir nicht gedacht. Der Grund ist schnell erzählt. Das Zimmer war nur ca. 11 qm groß und mit einem riesigen Doppelbett und einem mächtigen antiken Schrank so vollgestellt, dass wir akute Beklemmungsgefühle bekamen, zudem die Zimmerhöhe auch nur ca. 2 m betrug. Das Badezimmer war nicht besser, Duschen wäre nur im gebückten Zustand möglich gewesen. Außerdem war dieses kombinierte Bad/WC für alle 3 Gästezimmer, sowie auch die Küche und der Aufenthaltsraum. Das war uns dann doch  zu eng und zu intim für eine Woche. Dabei besaß dieses etliche Jahrhunderte alte Haus durchaus seinen eigenen Charme, aber für uns war es nicht geeignet, insbesondere nicht für mich, darin einen ganzen Tag zu verbringen. Nicht einmal einen Fernseher gab es, nicht dass wir fernsehsüchtig sind, aber immer nur in den Rechner oder in ein Buch schauen? Hier ein Eindruck unseres Zimmerchens mit viel Holz rundherum: Wie wurde nur dieser massive Schrank hier im Raum aufgestellt? So nahm ich gleich noch nach unserem Abendessen eine Suche nach einer neuen Unterkunft im Internet auf. Am nächsten Morgen erfreuten wir uns aber erst noch an der Katze vom Haus gegenüber, die argwöhnisch einen Konkurenten beobachtete: Dann ging es Schlag auf Schlag. Ein Besichtigungstermin fand bereits am nächsten Tag um die Mittagszeit statt. Wir spazierten nach diesem Termin von dort aus zu Günthers neuer Firma um uns die Sache durch den Kopf gehen zu lassen. Wir beschlossen zuzusagen und suchten anschließend das Gespräch mit der Frau von dem B&B. Sie entließ uns netterweise ohne Probleme und so zogen wir noch am Sonntagabend in unser neues Domizil. Nun wohnen wir seit 1 Woche in einem Loft-Appartement. Es ist wirklich interessant, die Decke befindet sich in ca. in 4 m Höhe und ein Doppelbett fand auf einer Holzkonstruktion in luftiger Höhe seinen Platz. Da Bilder mehr als Worte sagen, hier ein paar Fotos von unserer neuen Behausung: Was uns ins Überlegen brachte hier einzuziehen, war das Badezimmer. Dafür müssen wir nun ein halbes Stockwerk höher und es ist nur über das öffentliche Treppenhaus zu erreichen. Das Appartement liegt in der obersten Etage eines Industriegebäudes, somit ist „Publikumsverkehr“ de facto nicht gegeben, aber wir empfanden es anfangs schon komisch, für Toilettengänge das Appartement verlassen zu müssen. Nur vom Badezimmer aus können wir einen flüchtigen Blick durch die Betonstreben auf den See (nur sehr schwer zu erkennen) und die dahinterliegenden Berge erhaschen: Schauen wir aus dem Fenster unseres Wohnbereichs sehen wir gegenüber das baugleiche Gewerbegebäude und rechts davon Wohnblöcke. Als sehr hübsch können wir die Aussicht nicht bezeichnen. Aber die Vorteile überwiegen, denn wir wohnen sehr zentral, der See liegt in 500 m Entfernung, alle Einkaufsmöglichkeiten sind in geringer Laufnähe, sowie auch der Bahnhof und eben auch die Arbeitsstelle von Günther. Meinen Wagen können wir problemlos parkieren (so heißt das übrigens in der Schweiz), denn Parkplätze sind hier Mangelware. So sind wir im Moment ganz zufrieden, denn es handelt sich schließlich um einen überschaubaren Zeitraum. Was uns hier immer wieder schockt, sind die Preise. So zahlen wir jetzt 2200 Franken (ca. 1800 €) Miete, was für hiesige Verhältnisse noch vergleichsweise günstig ist. Das kommt davon, wenn man meint im Dunstkreis von Zürich wohnen zu müssen, das nach verschiedensten Rankingtabellen zu den 3 teuersten Städten der Welt zählt. Und das im Anschluss an das vergleichsweise günstige Sri Lanka. Kein Wunder, dass bei mir momentan das Gefühl vorherrscht, dass mir das Geld zwischen den Fingern zerrinnt. Um einen gewissen Grundstock an Lebensmitteln aufzubauen, ging ich letzte Woche täglich einkaufen. Wir nahmen aus München nicht viel mit an Grundausstattung bis auf ein paar Gewürze, Nescafé, Milch, Zucker und meine Lieblingsmarke an Schoko-Cappuccino-Pulver, sowie die absolute Überlebensration für Programmierer, nämlich Zigaretten und den Muntermacher Red Bull. Über meine Einkaufstouren berichte ich sicher noch separat, denn kulinarisch sehe ich jetzt schon gewisse Unterschiede zu unserer Heimat. Und das Geheimnis der besten selbstgemachten Rösti und des perfekten Käsefondues bekommen wir schon noch heraus… Ein Käsefondue mit 10 Knoblauchzehen!!! gönnten wir uns dann auch am Freitagabend, sozusagen als Abschluss der ersten Arbeitswoche von Günther. Über sein hiesiges Projekt und seine Erfahrungen in der Schweizer Arbeitswelt wird er selbst zu gegebener Zeit einige Zeilen hier schreiben. Nur so viel: seine ersten Eindrücke sind ganz positiv, aber Genaueres wird er sicher erst in ein paar Wochen sagen können. Interessant fand er nur, dass einige seiner Vorgesetzten wohl von einem längeren Engagement als den vertraglichen 3 Monaten ausgehen. Es bleibt also spannend, wie lange dieses Zwischenspiel andauern wird. Sollte sein Einsatz doch über einen längeren Zeitraum sein, würde auch ich mir überlegen wie ich mich beruflich hier einbringen kann. Auf jeden Fall haben wir schon wieder genügend Ideen für neue Reiseziele und es soll wieder ostwärts gehen. Ansonsten „faulten“ wir jetzt am Samstag nur so vor uns hin mit Ausschlafen, Essen und Fernsehen. Gestern lockte uns aber doch das schöne Wetter nach draußen. So liefen wir am See entlang, tranken unseren ersten Cappuccino draußen auf der Terrasse der Villa Sunneschy, einer 1906 erbauten Jugendstil-Villa. Hätte ich nicht den Fotoapparat vergessen, könnte ich jetzt ein paar Bilder präsentieren. Aber dort waren wir bestimmt nicht zum letzten Mal, denn es befindet sich dort ebenso eine große Grünfläche mit Grillmöglichkeit, Tischtennisplatte, WCs und Zugang zum Baden im See. So genossen wir die Wärme und die Sonne, denn erst zum Ende der vergangenen Woche zeigte sich das Wetter von dieser Seite. Bisher regnete es häufig und damit war alles nur grau und kalt. Und mit was werde ich mich in nächster Zeit neben den hausfraulichen Tätigkeiten beschäftigen? Sicherlich werde ich viel lesen, vielleicht klappt es ja auch mal besser mit dem Meditieren. Da ich hier wieder kein Keyboard habe (das kleine Teil ließ ich in Sri Lanka zurück), sind diese Pläne erst einmal auf Eis gelegt. So möchte ich lieber hier etwas mehr in die Natur gehen und die Gegend erkunden und erwandern. In Sri Lanka scheiterte so etwas schlicht an den schwülwarmen Temperaturen. Und vielleicht kann ich auch einen Zeichenblock mit hinaus in die Natur mitnehmen und meine Eindrücke nicht nur mit der Kamera festhalten.  

Tag 175

(Monika) (Diesen Artikel haben wir in der Hektik vergessen, zu veröffentlichen; er stammt eigentlich vom 11.1. – daher u.U. etwas „deplatziert“…) Dies wird mein letzter Bericht aus Sri Lanka sein, denn am 13.1. geht es zurück nach Deutschland. Wir brechen unsere Zelte bereits morgen, Sonntag, hier in Panadura ab und lassen uns in ein Hotel in der Nähe des Flughafens bringen. Der Flug, mit einem Zwischenstopp in Dubai, wird anstrengend genug sein. So entgehen und wir einem extrem frühen Aufstehen und müssen uns nicht wegen des morgendlichen heftigen Verkehrsaufkommens Gedanken machen. Gestern suchte ich schon unsere Sachen aus allen Ecken des Hauses zusammen und verteilte sie auf die Koffer und oh Wunder – wir bekommen alles ziemlich locker unter. Der Nervenzusammenbruch fiel deswegen aus und so musste ich nicht auf die Kreislauftropfen aus meiner Reiseapotheke zurückgreifen. Komisch, eigentlich dachte ich schon wir hätten nun mehr Dinge als zum Beginn unserer Reise, anderseits lassen wir auch etliches Unnötige zurück. Ich gebe zu, der Gedanke, hier noch einige wichtige Sachen zu deponieren, fühlt sich nicht so schlecht an, da hätte man ja fast einen Grund wiederzukommen… Noch ein paar Sätze zu unserem Silvesterabend, der traumhaft war: wir saßen inmitten des Sandstrandes, das Meer nicht weit von uns entfernt und gingen mit nackten Füßen zum Buffet, was für ein tolles Gefühl! Auf der Bühne war eine mächtige Musik-Anlage aufgebaut und so konnten wir uns nur mühsam unterhalten, dafür uns umso mehr umschauen unter den meist nur einheimischen Gästen. Aber people watching hat schon was, man kann dabei sehr viel erfahren über eine Gesellschaft. Der bisherige Eindruck hat sich mal wieder bestätigt, die Bürger dieses Landes feiern lustvoll bis zum Abwinken mit Musik und Tanz. Die Feuerwerksraketen wurden bereits ab Einbruch der Dunkelheit gezündet mit einem gewissen Höhepunkt um Mitternacht, aber dann war es noch längst nicht vorbei. Wir hatten den Eindruck, die begeistern sich für das bunte Spektakel wie die kleinen Kinder. Dabei ist das buddhistische Neujahr erst in ein paar Monaten, was wird dann erst sein? Wir hatten nur etwas Nachwehen von unserer Beach-Party. Günther kränkelte schon im Vorfeld, da ich ihm freundlicherweise meine Erreger weitergeben hatte und ich, weil meine Erkältung noch nicht ausgestanden war. Schließlich hatte ich mich gleich noch am 25.12. mit einer heftigen Nebenhöhlenentzündung  ins Bett gelegt. Bereits am folgenden Tag wurden die Bronchien in Mitleidenschaft gezogen, was ziemliche Atembeschwerden zur Folge hatte, weil alles stark verschleimt war. Ab dem Wochenende gelang mir das Abhusten besser, aber bis zum heutigen Tage verspüren wir beide nach wie vor einen gewissen Hustenreiz. In dieser Woche hatte ich doch immer wieder ein paar sentimentale Anwandlungen wegen unserer Abreise und so schoss ich noch einige Bilder des Alltags. Hier sehen wir unseren Supermarkt, der uns den Alltag doch schwer erleichtert hat: Diese Bilder fotografierte ich vom Sitzplatz auf unserer Terrasse aus, dies bot sich uns täglich dar: Und wenn ich aus meinem Küchenfenster sah, schaute es so aus: Eine Massage gönnten wir uns Mitte dieser Woche auch noch einmal, das musste einfach sein. Wann wird man schon, angefangen von den Haaren (mit viel Öl) bis zu den Zehenspitzen für etwas mehr als 11 Euro innerhalb einer Stunde so angenehm behandelt? Anschließend nahmen wir noch im Restaurant nebenan ein Abendessen ein. Tische und Stühle gruppieren sich um wunderschöne Bäume und es bietet sich ein kleines Sichtfenster zum Meer hin. Ich knipste ein paar Bilder von unserem Tisch aus um einmal einen Eindruck zu geben: Vom Meer verabschiedeten wir uns an diesem Tag auch gleich. Wir werden zwar noch einige Blicke darauf erheischen können auf unserer Fahrt zum Flughafen, aber so noch einmal barfuß direkt im Wasser stehen, das dürfte das letzte Mal gewesen sein. Und so fotografierten wir noch einmal und damit präsentieren wir das letzte Bild unserer Reise für diesen Blog. Es symbolisiert das, was wir zurücklassen und das, was uns in wenigen Tagen wieder empfängt…  

Ayubowan Sri Lanka und Grias God Minga

  PS Das muss aber noch nicht das Ende für diesen Blog darstellen. Wir sind offen für Neues und wer weiß, vielleicht gibt es demnächst wieder irgendwo einen interessanten Anfang, der auch lohnenswert ist darüber zu berichten…